Dobermann

Dobermann liegend
Rasse:Dobermann
Synonyme:

Dobermann-Pinscher

Herkunft:Deutschland
FCI-Gruppe:2, Sektion 1: Pinscher und Schnauzer – FCI-Nr. 133
Verwendung:Begleithund
Schutzhund
Sporthund
Fell:kurzes, dichtes und hartes Haar
Farben:Schwarz oder braun mit rostrotem, scharf abgegrenztem, sauberem Brand
Größe:Rüde: 68-72 cm, Hündin: 63-68 cm
Gewicht:Rüde: 40-45 kg, Hündin: 32-35 kg
Lebenserwartung:12 - 14 Jahre

Heute treffen viele Züchter ihre Wahl mehr nach Schönheit und Eleganz als nach dem Charakter. Es gibt immer mehr Exemplare, deren natürliche Angriffslust gemildert ist. Durch einen sehr frühen Ausbildungsbeginn kann der Dobermann ein ausgezeichneter Begleithund werden.

Herkunft und Geschichte

In Apolda, der Hauptstadt des damaligen Herzogtums Sachsen-Weimar, fand seit 1863 jedes Jahr ein bedeutender Hundemarkt statt. In dieser Stadt züchtete Karl Friedrich Louis Dobermann in den siebziger Jahren des vorletzten Jahrhunderts die neue Rasse.

junger Dobermann spielend
junger Dobermann spielend

Er war Hilfsexekutor für die Steuereinnahmestelle, Hundefänger, Abdeckereiverwalter und Nachtpolizist. Daher wohl seine Idee, einen großen, flinken Terrier mit allen Eigenschaften eines Wachhundes zu züchten, der alle bisher existierenden übertreffen sollte. Obwohl er nie genau angegeben hat, welche Rassen er einkreuzte, scheint er auf unterschiedliche zurückgegriffen zu haben. So auf den Weimaraner, den Rottweiler, den Pinscher und vielleicht auch auf den französischen Beauceron, dem der Dobermann weitgehend ähnelt. Als letztes kam noch Blut der Deutschen Dogge und von Windhunden dazu.

1900 begann sich der erfahrene Züchter Otto Göller für diesen Hund zu interessieren. Er kreuzte ihn mit einem Manchester Terrier, was ihm das elegante Aussehen gab, ohne ihm etwas von seiner Kraft und Kampflust zu nehmen. Der Standard des heutigen Dobermanns wurde 1910 festgelegt.

Wesen und Charakter

Dieser Hund flößt Respekt ein, und zwar zu Recht, denn er hat eine edle Haltung, ist groß, elegant und muskulös gebaut. Am Dobermann ist alles Intelligenz. Er hat genauso das Bedürfnis, sich, wenn möglich, durchzusetzen wie sich unterzuordnen. Das Letztere tut er aber nur, wenn er einen Herrn bekommt, der mit sicherer Hand und Einfühlungsvermögen fähig ist, ihn Gehorsam zu lehren und seine Liebe zu erwerben.

Dobermann
Das kupieren von Schwanz und Ohren ist in Deutschland verboten.

Der Dobermann ist autoritär, stolz und herrschsüchtig, und das schon als Junghund. Nicht selten knurrt er schon mit wenigen Monaten und zieht die Lefzen hoch. Doch dieses Verhalten ist nur ein Spiel zur Einschüchterung, eine Bekundung der Unabhängigkeit, das rasch schwindet, wenn mit ihm energisch umgegangen wird. Als Begleiter seines Herrn passt sich dieser Hund allen Situationen an. Eine einzige Erfahrung genügt, um ihn begreifen zu lassen, was von ihm erwartet wird. In der Natur freigelassen, berauscht sich der junge Dobermann an Entdeckungen und neuen Gerüchen. Es fällt ihm schwer, auf den ersten Ruf zurückzukommen. Aber er kommt einem wie verrückt nachgerast, wenn er glaubt, zurückgelassen zu werden.

Der Dobermann wurde gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts als Wach- und Schutzhund gezüchtet und war auf diesem Gebiet ein voller Erfolg. Er ist treu, mutig, mit scharfer Witterung begabt und hat einen ausgesprochenen Sinn für Eigentum. Beim geringsten Geräusch stürzt er mit gesträubtem Fell und gefletschten Zähnen herbei, sein Reich zu verteidigen gegen wen auch immer.

Haltung und Pflege

Dobermann AusbildungDer Dobermann muss regelmäßig gestriegelt und jeden Tag gebürstet werden, um abgestorbene Haare und Fellunreinheiten zu entfernen.
Energisches Bürsten mit einer zweiseitigen Bürste, deren eine Seite ein Striegel ist, erhält die Muskeln geschmeidig, belebt den Kreislauf, beruhigt das Nervensystem und fördert die Verdauung.

Dieser energiegeladene Hund muss täglich Auslauf haben.

Häufige Krankheiten

Der Dobermann ist besonders in kalten Zeiten für Verdauungsstörungen und Hautkrankheiten anfällig.

In seiner Jugend steckt sich der Dobermann leicht mit einer parasitären Hautkrankheit an. Sie wird durch graue Haare übertragen, die in der Augengegend, an den Gelenken und am Körper ausfallen. Diese Hautkrankheit erfordert eine Behandlung durch den Tierarzt.

Auch leidet der Dobermann oft an Staphylokokken, besonders zwischen den Zehen.

Kupieren von Ohren und Schwanz beim Dobermann

Einige der gezeigten Dobermann-Bilder zeigen Tiere mit kupierten Ohren und/oder Schwanz. Diese Bilder sind in der Regel bereits älter oder stammen aus dem Ausland. Das Kupieren von Ohren und Rute sind in Deutschland verboten und stehen unter Strafe.

Das Kupieren der Ohren eines Dobermann fügt dem Tier langanhaltende Schmerzen zu, die nicht auf einem vernünftigen Grund beruhen. Die Maßnahme ist deshalb tierschutzwidrig und strafbar. Dies gilt auch dann, wenn der Eingriff an den Ohren nicht in Deutschland, sondern im Ausland vorgenommen wurde, wo dies noch erlaubt ist. (AG Neunkirchen, Az. 19.536/93)

Ist der Dobermann ein Kampfhund?

Der Begriff Kampfhund ist nicht mehr aktuell und irreführend. Bei einem gefährlichen Hund spricht man eher von einem Listenhund. Auch dieser Begriff ist bei vielen Hundehaltern nicht unumstritten, da er eine ganze Hunderasse von vornherein negativ abstempelt.

Der Dobermann ist aktuell (Stand 2017) ein Listenhund im Bundesland Brandenburg. Auch einige Versicherungen stufen den Dobermann als gefährlichen Hund ein, was evtl. die Beiträge zur Hundehaftpflichtversicherung erhöhen kann.