Bernhardiner

Bernhardiner
Rasse:Bernhardiner
Synonyme:

St. Bernhardshund

Herkunft:Schweiz
FCI-Gruppe:Gruppe 2, Sektion 2: Berghunde – FCI-Nr. 61
Verwendung:Begleithund
Familienhund
Arbeitshund
Rettungshund
Fell:Kurzhaar (Stockhaar) oder Langhaar
Farben:Rot mit Weiß oder Weiß mit Rot, weiße Pfoten, weiße Brust sowie weiße Schwanzspitze
Größe:61 – 71 cm
Gewicht:50 – 91 kg
Lebenserwartung:11 Jahre

Die massigen Bernhardiner zählen zu den größten und schwersten Hunden überhaupt. Nachdem sie in früheren Jahrhunderten als Arbeits- und Rettungshunde genutzt wurden, sind die imposanten Riesen heute vor allem freundliche Familienhunde.

Herkunft und Geschichte

BernhardinerEs ist heute nicht mehr bekannt, wann die Mönche, die seit dem 11. Jahrhundert das Hospiz auf der Passhöhe des St. Bernard in der Schweiz betrieben, erstmals anfingen, Hunde zu halten. Es ist jedoch belegt, dass dort seit der Mitte des 17. Jahrhunderts kräftige Hunde zu finden waren. Sie wurden zunächst als Schutzhunde eingesetzt, die auch Reisende durch das Gebirge begleiteten. Später dienten sie auch als Lawinenrettungshunde, die im 19. Jahrhundert dank vieler Erzählungen in ganz Europa bekannt wurden.

Im Typus entsprachen sie den damals im Alpenraum zu findenden großen Berghunden, die von den römischen Molossern abstammten. Gezielt gezüchtet wurden die St.-Bernhard-Hunde aber vermutlich noch nicht. Das änderte sich erst, nachdem die Zahl der Klosterhunde durch besonders lawinenreiche Winter stark dezimiert worden waren und ab Mitte des 19. Jahrhunderts gezielt Neufundländer eingekreuzt wurden, um Inzucht zu vermeiden. Dadurch erhielten die ursprünglich deutlich kleineren und leichteren Bernhardiner ihre enorme Größe.

Seit 1884 ist der Bernhardiner als Schweizer Nationalhund bekannt, und drei Jahre später wurde der noch heute gültige Rassestandard festgelegt. Die heutigen Bernhardiner eignen sich aufgrund ihres Körperbaus nicht mehr als Rettungshunde. Der Bernhardiner gehört neben dem Berner Sennenhund sicherlich zu den bekanntesten Schweizer Hunderassen.

Wesen und Charakter

BernhardinerTrotz seiner beeindruckenden Erscheinung ist der Bernhardiner im Allgemeinen ein sehr ruhiger, freundlicher und ausgeglichener Hund, der sich auch ausgezeichnet mit Kindern versteht und ihnen gegenüber ungewöhnlich geduldig ist.

Allerdings ist es wichtig, dass er von Anfang an konsequent erzogen wird und dabei lernt, sich seinen Menschen unterzuordnen, da er mit zunehmendem Alter eine außerordentliche Dickköpfigkeit entwickeln kann. Außerdem verfügt er über einen sehr stark ausgeprägten Beschützerinstinkt, was bei nicht ausreichender Erziehung ebenfalls problematisch werden kann. Da der Bernhardiner sehr gesellig und seinen Menschen treu ergeben ist, eignet er sich hervorragend zum Familienhund.

Haltung und Pflege

Ein großer Hund wie der Bernhardiner benötigt selbstverständlich auch entsprechende Futtermengen. Ebenso wichtig wie die Größe der Portion ist aber die Ausgewogenheit der Ernährung. Bei der Fütterung muss besonders darauf geachtet werden, dass darin alle wichtigen Vitamine, Mineralien und Spurenelemente enthalten sind, da es sonst zu Problemen mit den Knochen und der Haut kommen kann.

Auch der Platzbedarf ist bei einem Bernhardiner sehr viel größer als bei anderen Hunden. In einer kleinen Mietwohnung kann er nicht gehalten werden, da er auch in seinem Zuhause genügend Bewegungsraum und größere Liegeflächen benötigt. Fliesen oder andere sehr glatte Böden sollten im Haus nicht vorhanden sein, da der schwere Hund darauf leicht ausrutschen und sich verletzen kann. Wer über ein eigenes Grundstück verfügt, kann den Bernhardiner auch zeitweise in einem möglichst großzügig dimensionierten Zwinger oder Auslauf halten. Allerdings sollte er regelmäßig Kontakt zu seinen Menschen haben, da er über ein ausgeprägtes Rudelwesen verfügt. Besonders wohl fühlt er sich, wenn er vom Haus aus freien Zugang zu einem Garten hat.

Häufige Krankheiten

Da der Bernhardiner im Welpenalter sehr rasch an Größe und Gewicht zulegt, kann er ernsthafte Probleme mit dem Knochenapparat entwickeln, wenn in dieser Zeit nicht auf eine optimal abgestimmte Ernährung mit reduziertem Eiweißgehalt und ausreichend Bewegung geachtet wird.

Außerdem treten körperbaubedingt vergleichsweise häufig Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasien auf. Es besteht überdies eine Neigung zu Knochenmarkkrebs. Wie bei allen großen Hunderassen besteht bei Bernhardinern stets die Gefahr, dass sie eine Magendrehung erleiden. Sie sollten deshalb nach Möglichkeit nicht eine große Mahlzeit, sondern mehrere kleinere Portionen verteilt über den ganzen Tag zu sich nehmen und sich direkt nach dem Fressen möglichst wenig bewegen.

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