Berner Sennenhund

Rasse:Berner Sennenhund
Synonyme:

Dürrbächler
Dürrbacher Sennenhunde

Herkunft:Schweiz
FCI-Gruppe:2, Sektion 3: Schweizer Sennenhunde – FCI-Nr. 45
Verwendung:Begleithund
Familienhund
Ziehhund
Arbeitshund
Fell:Halblanges, gerades oder gewelltes Fell mit dichter Unterwolle.
Farben:Klassische schweizer Farben schwarz-loh und weiß.
Größe:Rüde: 64 – 70 cm, Hündin: 58 – 66 cm
Gewicht:40 – 44 kg
Lebenserwartung:6 - 12 Jahre

Mit seinem dreifarbigen, dicken Fell und dem freundlichen Gesichtsausdruck erweckt der Berner Sennenhund den richtigen Eindruck: gemütlich und familienfreundlich. Halter können das bestätigen und schätzen den sanften Riesen als zuverlässigen Kinderfreund.

Herkunft und Geschichte

Berner Sennenhund im SchneeDie Sennenhunde sind, wie der Name verrät, ursprünglich Arbeitshunde der schweizerischen Senner gewesen. Sie unterstützten die Hirten in ihrer Arbeit, etwa indem sie das Vieh und die Höfe bewachten. Sie begleiteten ihre Besitzer bei der Arbeit, ob auf der Alm oder im Ort. Noch heute zeigt sich dies in der großen Anhänglichkeit der Berner.

Unter der Bezeichnung Dürrbacher- oder Dürrbächlerhunde treten die Berner erstmals als dreifarbige, wiedererkennbare Rasse auf. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die „Bauernhunde“ erstmals gezielt gezüchtet, nachdem sie zuvor zugunsten des konkurrierenden Bernhardiners etwas in den Hintergrund geraten waren. Unter der Bezeichnung „Dürrbacher Sennenhunde“ wurden 1904 vier Hunde ins Schweizer Stammbuch eingetragen, seither gilt der Sennenhund als Rassehund. 1913 folgte die Umbenennung in Berner Sennenhund. Seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erfreut sich die Rasse weltweit steigender Beliebtheit und wird in vielen Ländern gezüchtet.

Wesen und Charakter

Berner Sennenhund WelpeNicht ohne Hintergedanken spielt ein Berner Sennenhund eine wichtige Rolle in der Kindersendung „Löwenzahn“. Tatsächlich zeichnet sich die Rasse durch gutmütiges und geduldiges Wesen aus und ist im Umgang mit Kindern bestens geeignet. Die Hunde sind sehr gehorsam und eignen sich etwa für den Zughundesport. Ihre Größe und Kraft bei vorausschauendem Denken und Gelehrigkeit passen ideal zu diesem Sport.

Auch als Rettungshunde und für die Fährtenarbeit können die Berner Sennenhunde eingesetzt werden.
Gelegentlich zeigen die Hunde einen „Sturkopf“ und sind eigensinnig, doch im Normalfall sind sie gelehrig und intelligent, was sich im Training mit schnellen Erfolgen bemerkbar macht.

Ihrem bekannten Umfeld gegenüber zeigen sich die Berner als sehr anhänglich und treu. Fremde Menschen werden zunächst oft mit Bellen begrüßt, doch wird der Hund kaum jemals aggressiv. Es handelt sich hierbei vielmehr um das Zuchtmerkmal der Wachsamkeit. Diese benötigte die Rasse in der Vergangenheit, um „ihren“ Hof und das Vieh zu beschützen.

Haltung und Pflege

Berner SennenhundHauptaugenmerk in der Pflege des Berner Sennenhundes liegt auf dem langen Fell und dem dichten Unterfell. Mindestens einmal wöchentlich, im Fellwechsel am besten täglich sollte das Haar gebürstet oder gekämmt werden. Ansonsten kommt es schnell zu verfilzten Stellen und Knoten. Die Fellpflege ist nicht nur eine optische Notwendigkeit, sondern beugt Juckreiz und Hauterkrankungen vor und fördert die Durchblutung der Haut. Darüber hinaus genießen die meisten Hunde die Zuwendung durch den Menschen ebenso wie den Körperkontakt. Wird der Hund bereits als Welpe an das Pflegeprogramm gewöhnt, lernt er zumeist, es zu schätzen.

Regelmäßige Kontrollen der Zähne und Krallen sowie gelegentliches Baden gehört ebenfalls zum Gesundheitsprogramm des Berners dazu.

Häufige Krankheiten

Der Berner Sennenhund zählt zu den eher krankheitsanfälligen Hunden. Die gefürchtete Hüftgelenksdysplasie tritt ebenso auf wie Ellenbogendysplasie. Die maligne Histiozytose ist eine Tumorerkrankung, die fast ausschließlich beim Berner Sennenhund auftritt und fast immer tödlich verläuft. Weiterhin ist die Rasse anfällig für Nierenerkrankungen. Insgesamt ist ihre Lebenserwartung vergleichsweise kurz: Sie wird mit sechs bis acht Jahren angegeben. In Einzelfällen kann ein deutlich höheres Alter erreicht werden, auch dreizehnjährige Berner kommen vor.