Border-Collie

Border-Collies
Rasse:Border-Collie
Herkunft:Großbritannien
FCI-Gruppe:1, Sektion 1: Schäferhunde – FCI-Nr. 29
Verwendung:Begleithund
Familienhund
Arbeitshund
Hütehund
Fell:seidig, glatt oder leicht gewellt
Farben:schwarz-weiß, selten auch dreifarbig
Größe:46 - 54 cm
Gewicht:14 - 22
Lebenserwartung:12 - 14 Jahre

Der Border Collie ist von einer ungeheuren Intelligenz, enormen Lernfähigkeit und Lernbegierigkeit geprägter Hund, der eine Arbeit braucht, bei der er sein Können beweisen kann. Schon vor Anschaffung eines Hundes dieser Rasse ist wichtig zu wissen, dass der Border Collie sich nicht zum reinen Familienhund eignet, der ein ruhiger und ausgeglichener Begleiter ist und nur den täglichen Spaziergang braucht. Die eigenen Verhaltensweisen und vor allem die daraus resultierenden hohen Anforderungen an den Besitzer sollten vor der Entscheidung, sich einen Border Collie anzuschaffen, näher beleuchtet werden.

Herkunft und Geschichte

Border-Collie spielendUrsprünglich stammt der Border Collie aus Großbritannien, und zwar aus der Grenzregion zwischen England und Schottland. Von dieser leitet sich auch sein Namen, der sich aus Border für Grenze und Collie für nützliches Ding zusammensetzt, ab. Hier wurden Hunde seit Jahrhunderten als Arbeits- und Hütehunde beim Hüten und Treiben von Viehherden und Bewachen von Haus und Hof eingesetzt.

Aufgrund des rauen Klimas mussten die Hunde robust, wetterfest und folgsam sein. Arbeitsbereitschaft und Hütequalitäten waren die wesentlichen Kriterien, die bei der Selektion zählten. Erste Beschreibungen eines derartigen Hütehundes lassen sich bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgen. Der im Jahre 1893 geborene Rüde „Old Hemp“ des Züchters Adam Telfer aus Northumberland vereinte schönes Aussehen mit erstklassigen Hüteeigenschafen und gilt als Stammvater des Collies. In der heutigen Zeit beeinflusst der australische Typ mit seinem stärkeren Knochenaufbau und längerem Fell den Border Collie. Hier war der Stammvater der neuseeländische Rüde „Clan Abby Blue Aberdonne“. Er wurde nach England, dem Heimatland des Border Collies zurückgeholt.

Heute hat der Border nicht nur eine lange Tradition als Hütehund in seinem Ursprungsland England, sondern er ist auch beim Treiben und Hüten von Schafherden in vielen Ländern der Erde anzutreffen. Seit dem Jahre 1873 werden in Großbritannien Wettkämpfe, die sogenannten Sheepdogtrails, organisiert. Auf diesen können die Hunde ihre Leistungen zeigen. Der Border Collie war auch der Hund, der zuerst in die International Shepp Dog Society (ISDS) aufgenommen wurde. Bewertet wurde er hier weniger nach seinem Aussehen, sondern nach seinen Hüteeigenschaften. Es kam mehr darauf an, einen Hund zu züchten, der in unwirtlichen und rauen Regionen harte und schwierige Aufgaben verrichten konnte.

Heute noch sind für den Border Collie gegenüber anderen Hunderassen die Rassestandards vom ISDS nicht so streng festgelegt. Standards über Körpermerkmale, Körperbau und Fellbeschaffenheit werden nicht vorgeschrieben, ein exzellenter Hütehund ist das wichtigste und einzige Ziel der Züchter. Als Rasse für Ausstellungszwecke wurde der Border Collie im Jahre 1976 vom Kennel Klub London anerkannt. In die FCI-Standards wurde er 1988 aufgenommen.

Wesen und Charakter

Border-Collie liegendCharaktereigenschaften, die den Border Collie auszeichnen, sind seine hohe Intelligenz, extrem schnelle Auffassungsgabe und Arbeitswilligkeit. Besonders ausgeprägt ist sein Hüteinstinkt. Dieser und ein gewisses Maß an Selbstständigkeit resultieren aus der jahrelangen Züchtung als Treib- und Hütehund, wodurch er auch in der Lage ist, so manches Problem alleine lösen zu können. In meist geduckter Haltung mit gesenktem Kopf und bis unter den Bauch gezogener Rute verrichtet er seine Arbeit.

Das Umkreisen seiner Herde und das Herausholen einzelner Tiere, die er mit den Augen fixiert, verrichtet er in anmutigen und fließenden Bewegungen, ohne einen Laut von sich zu geben. Ist der Border jedoch nicht richtig ausgelastet, kann er schon einmal zu Dominanz, Zerstörungswut gegen Gegenstände und Aggression neigen. Da kann es schon passieren, dass bei Fehlen einer Herde von ihm auch die Kinder oder das Auto „gehütet“ werden. Ist der Border ausreichend beschäftigt, dann ist er sehr kinderlieb und, vor allem Hündinnen, sehr verschmust. Außerdem ist er sehr kooperativ, aufgeschlossen und extrem fein lenkbar. Durch seine Willensstärke und seine Sensibilität ist bei dem Border Collie eine konsequente, aber liebevolle Erziehung erforderlich.

Wenn er eine gute Beziehung zu seinem Besitzer aufgebaut hat, geht er mit ihm durch dick und dünn. Er eignet sich auch nach Absolvierung eines speziellen Trainings zum Einsatz als Therapiehund und trägt somit zum geistigen und körperlichen Wohlbefinden von kranken Menschen bei.

Kurz: Die Charaktereigenschaften und das Wesen des Border Collies sind:

  • intelligent,
  • gelehrig,
  • arbeitswillig,
  • aufmerksam,
  • gehorsam,
  • enorm beweglich,
  • sensibel,
  • liebenswürdig und
  • anhänglich.

Haltung und Pflege

Der Halter eines Border Collies sollte wissen, dass der Border kein Hund für das Freie oder die Zwingerhaltung ist. Er benötigt, um seelisch nicht zu verkümmern, den intensiven Familienanschluss. Familienanschluss ist dem sensiblen Hund gemäß seinem Naturell sehr wichtig. Ideal wäre es, wenn immer ein Familienmitglied zu Hause wäre. Natürlich benötigt er genügend Platz, um sich zurückzuziehen.

Border Collie WettbewerbDie Haltung des Border Collies hat, wie bei anderen Hunderassen auch, artgerecht zu erfolgen. Sein Halter sollte selbst aktiv und gewillt sein, den Hund über Jahre hinweg zu beschäftigen und auszulasten. Um keinen nervösen und hektischen Hund zu bekommen, ist es wichtig, dass er Ruhe, Abschalten und Konzentration erlernt. Auch eine entsprechende Gewöhnung an die Umwelt ist ein wichtiger Faktor.

Besonders wichtig ist für die geistige Forderung und Förderung des Borders die Zusammenarbeit mit seiner Bezugsperson. Die mit Abstand beste Form ist hierfür das Hüten, da der Hund darauf spezialisiert ist. Er ist aber auch für Alternativaufgaben begeisterungsfähig. Der Halter sollte täglich eine halbe Stunde bis zu einer Stunde morgens und abends, besser auch mittags, einplanen, um sich mit dem Border Collie zu beschäftigen. Aufgrund seiner hohen Intelligenz wäre auch der Besuch einer Hundeschule ideal.

Ein weiterer Aspekt in der Haltung eines Borders ist die Ernährung des Tieres. Der Welpe wird drei bis viermal am Tag mit konzentriertem Futter sowie Mineralstoffe und Vitamine immer an dem gleichen Platz und zur gleichen Zeit gefüttert. Eine Schale mit frischem Wasser sollte immer bereitstehen.

Ist der Hund drei Monate alt, bekommt er dreimal sein Fressen, erst mit zehn Monaten erfolgt die Umstellung auf Erwachsenenkost und damit auf eine zweimalige Fütterung am Tag. Nach 15 Monaten reicht dem Border Collie eine Mahlzeit. Es wird jedoch angeraten, eine Mahlzeit mittags und eine abends zu verabreichen, um das Verdauungssystem des Tieres zu schonen. Im Alter von sieben Jahren ist es ratsam, dem Hund Seniorenfutter zu geben, da ältere Tiere fettarme Kost benötigen. Sollte der Hund an Unverträglichkeiten oder des Öfteren an Durchfall leiden, ist die zu verabreichende Nahrung nach Konsultation des Tierarztes oder des Zoofachgeschäftes des Vertrauens abzustimmen.

Während des Fressens ist der Hund keinesfalls zu stören und die Ruhepause danach ist einzuhalten. Gefüttert wird meist Trockenfutter. Es sollte aber einmal pro Woche für Abwechselung in der Fütterung gesorgt werden. Hierfür eignen sich fettarmes Fleisch, penibel entgräteter Fisch, aber auch Karotte und Apfel. Leckerlis sollten aus erzieherischen Gründen nur bedingt verwendet werden. Der Fressnapf ist täglich zu reinigen.

Nicht gefüttert werden dürfen:

  • Essensreste und gewürzte Speisen (können die Nieren nicht verarbeiten),
  • Süßigkeiten (Gefahr Übergewicht und Bildung Zahnstein),
  • splittrige Knochen, wie Geflügelknochen (Verletzungsgefahr Speiseröhre und Magen-Darm-Trakt),
  • normale Milch (Durchfall).

Bei der Haltung des Border Collies sind wie bei allen anderen Hunderassen Unterschiede zwischen Hündinnen und Rüden zu erkennen. Die ruhigeren Hündinnen lassen sich mit anderen Hunden besser sozialisieren als die aufbrausenderen und temperamentvolleren Rüden. Besonders mit eintretender Geschlechtsreife (ab dem ersten Lebensjahr) erhalten die Hündinnen zwei Mal im Jahr ihre Hitze. Während dieser Zeit sind sie von den Rüden fernzuhalten, um nicht gewollten Nachwuchs zu bekommen.

Auch die Pflege gehört zur Haltung eines Border Collies. Sie nimmt aber einen geringen Anteil ein. Da ein gepflegtes und gesundes seidiges Fell sein Markenzeichen ist, sollte der Hund alle zwei Wochen gebürstet werden. Da das Fell im Nacken und an den Läufen schnell verfilzt, ist hier ein tägliches kurzes Bürsten notwendig. Doch nicht nur das Fell, sondern auch die Ohren, Augen, Gebiss und Pfoten des Border Collies sind in die Pflege mit einzubeziehen.

Eine tägliche Kontrolle auf Krankheiten oder eventuelle Veränderungen wird ebenfalls angeraten. Erkrankungen können dadurch vorgebeugt, frühzeitig erkannt und behandelt werden. Zur Entfernung von Zahnstein können alternativ zum täglichen Zähneputzen auch Kauspielzeug und Kauartikel, wie Pansen und Ochsenziemer, verwendet werden. Der Blick in das Maul des Tieres ist aber dennoch ab und zu notwendig. Sind Veränderungen erkennbar, sollte der Tierarzt konsultiert werden.

Häufige Krankheiten

Obwohl der Border Collie in der Regel eine sehr gesunde Rasse ist, weist er teilweise Erkrankungen auf, die für ihn charakteristisch sind.

Er neigt zur Hüftgelenksdysplasie, auch unter HD bekannt. Hierbei handelt es sich um eine Skeletterkrankung, bei der das Hüftgelenk deformiert wird. Zunehmende Bewegungseinschränkungen bis hin zur hochgradigen Hinterhandlahmheit sind die Folge.

Auch der MDR1-Defekt kann beim Border auftreten. Durch diesen Defekt wird eine Überempfindlichkeit gegenüber diversen Arzneistoffen hervorgerufen. Der Hund sollte bei neuen Medikamentengaben, besonders bei Ivermectin, beobachtet werden. Darauf reagieren die Border sehr stark. Schlimmsten Falls sogar mit dem Tod.

Des Öfteren leiden auch Hunde dieser Rasse unter der vererbbaren Augenerkrankung Collie Eye Anomaly, auch CEA genannt. Dies ist eine Erbkrankheit, bei der die Netzhaut Entwicklungsstörungen aufweist, die zu Blutungen im Auge führen können. Obwohl diese Krankheit nicht heilbar ist, beeinträchtigt sie die Lebensweise des Hundes nicht zwangsläufig.

Bei Hunden, die homozygot für das Merle-Fell-Gen sind, können angeborene genetische Defekte, wie Blindheit und Taubheit auftreten.

Des Weiteren sind vereinzelt Epilepsie und Geräuschempfindlichkeit bei dem Border Collie zu beobachten. Auch eine Fotorezeptor-Störung der Netzhaut des Auges, die progressive Retinaatrophie, oder eine Verlagerung der Augenlinse, die Linsenluxation, können erblich bedingt hervorgerufen werden.

Das Grey-Collie-Syndrom und spezielle genetische Formen der Neuronalen Zeroid-Lipofuszinose (CL), eine Stoffwechselerkrankung, und des Imerslund-Gräsbeck-Syndroms, Mangel an Vitamin B12, sind Erbkrankheiten, die nur den Border Collie betreffen. Eine Knochenmarkserkrankung, das Trapped-Neutrophil-Syndrome (TNS), ist ursächlich dafür, dass keine weißen Blutkörperchen in den Kreislauf des Blutes abgegeben werden, wodurch das Immunsystem des Hundes geschwächt werden kann.

Seltener treten beim Border Collie Erkrankungen, wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Glaukom (grüner Star), Osteochondritis (Knochen-Knorpel-Entzündung) und Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), auf.

Neben den erblich bedingten Krankheiten können aber auch Ohrenentzündungen, Durchfall und Erbrechen oder Wurmbefall den Border Collie ab und an plagen.

Anzuraten ist, dass die Therapie der jeweiligen Krankheit mit dem Tierarzt des Vertrauens abzustimmen ist. Auch die Einhaltung der Impftermine und Wurmkuren sowie der Routineuntersuchungen sind von enormer Wichtigkeit.

Kurzes Fazit:

Ursprünglich war der kluge und schöne Border Collie ein reiner Hütehund. Aufgrund seiner hohen Intelligenz und Arbeitswilligkeit erfreute er sich bei den Schäfern großer Beliebtheit, was bis heute so geblieben ist. Aber auch als Familienhund bei seinen aktiven Menschen, mit denen er nicht nur körperlich ausgelastet und herausgefordert sowie geistig gefördert wird, ist er sehr willkommen. Werden diese Kriterien erfüllt, dann ist der Border Collie schon bald ein ausgeglichenes anhängliches Familienmitglied.