Deutscher Pinscher

Rasse:Deutscher Pinscher
Synonyme:

Mittelschlagpinscher
Mittelpinscher
Standard-Pinscher
Pinscher

Herkunft:Deutschland
FCI-Gruppe:Gruppe 2, Sektion 1: Pinscher und Schnauzer – FCI-Nr. 184
Verwendung:Begleithund
Jagdhund
Fell:Kurzes und glattanliegendes Haar
Farben:Rot bis hirschrot und schwarz mit roten Abzeichen
Größe:45 - 50 cm
Gewicht:14 - 20 kg
Lebenserwartung:12 - 14 Jahre

Der deutsche Pinscher ist ein angenehmer Familien- und Begleithund und überzeugt mit seiner besonderen Klugheit. Leider zählt er zu den eher seltenen Hunderassen und war Mitte des 20. Jahrhunderts, sogar kurzzeitig vom Aussterben bedroht.

Herkunft und Geschichte

Diese Begleithunderasse zählt zur Gruppe der Pinscher und Schnauzer. Ursprünglich wurde der deutsche Pinscher als Beschützer von Pferdefuhrwerken und als Rattenfänger gezüchtet. Als die Pferdefuhrwerke immer mehr von den Straßen verschwanden, wurde der Pinscher arbeitslos. Auch der Pinscher selbst verschwand fast von der Bildfläche. Erst 1956 nahm sich der Züchter Werner Jung der Rasse an und sorgte für den Erhalt.

Sie sind eine sehr alte Hunderasse, deren Herkunft sogar in England vermutet wird. Dies ist jedoch unklar, da andere Stimmen den Ursprung wieder in Wittenberg sehen. Vermutet wird, dass der Pinscher ein direkter Nachkomme des Torfgrubenhundes ist, welcher um etwa 3000 v Chr., an der Ostseeküste gehalten wurde.

Pinscher tauchen oft auf Gemälden auf, welche aus dem Mittelalter und der Renaissance stammen. Seither hat sich das klassische Aussehen des Pinschers kaum verändert. Da die Rasse von einer Überzüchtung verschont geblieben ist, gilt sie bis heute als eine der ursprünglichsten Hunderassen.
Ein Zeitlang galten Pinscher und Schnauzer als dieselbe Hunderasse. 1917 wurden dann die rauhaarigen Pinscher zu Schnauzern umbenannt.

Wesen und Charakter

Der deutsche Pinscher vereint Intelligenz, Selbstsicherheit, Temperament, Anpassungsfähigkeit und Ausdauer, in einem Wesen. Auf Grund dieser seltenen Kombination ist er sehr beliebt und eignet sich hervorragend als Begleit-, Familien- und Wachhund. Er lernt sehr schnell, kann aber durchaus mit Trotz reagieren, wenn ihm Unrecht wiederfährt. Er besitzt einen ausgeprägten Jagdinstinkt und Bewegungsdrang, verhält sich aber in seinem zu Hause sehr ruhig.

Während er seinen Bezugspersonen treu ergeben ist und Nähe sucht, zeigt er gegenüber Fremden, eher Zurückhaltung und leichtes Misstrauen. Er ist sehr selbstsicher und eigenständig und kontrolliert gerne sein Revier. Dieser besondere Charakter stellt unerfahrene Halter oft vor Probleme. Es Bedarf einer konsequenten Erziehung und klaren Regeln. Der deutsche Pinscher kann selbst für erfahrene Hundehalter eine Herausforderung darstellen.

Haltung und Pflege

Pinscher benötigen sehr viel Auslauf, um ihren starken Bewegungsdrang zu stillen. Daher eignen sie sich vor allem für aktive/ sportliche Menschen. Diese Hunde erfreuen sich zum Beispiel auch am Hundesport (z. B. Agility). Sie eignen sich aber auch als treue Begleiter beim Radfahren, Joggen oder Reiten. Daneben sollten diese Hunde auch geistig ausgelastet werden (z. B. Fährtensuche oder Mantrailing).

Deutsche Pinscher lieben die Natur und sollten in einem natürlichen Umfeld gehalten werden. Das Leben in der Stadt ist eher ungeeignet, da er sehr viel Freiraum benötigt.

Eigenes Grundstück sind von Vorteil aber nicht zwingend nötig. Der Pinscher hält sich zwar gerne an der frischen Luft auf, sucht aber auch sehr die Nähe seiner Menschen. Daher ist eine reine Zwingerhaltung nicht empfehlenswert.

Die Pflege des Pinschers macht nicht viel Aufwand. Das kurze Fell sollte wöchentlich gebürstet und Ohren sowie Krallen regelmäßig kontrolliert werden.

Beim Futter sind Pinscher nicht gerade wählerisch, sie fressen fast alles. Je nach körperlicher Aktivität sollte auf eine ausreichende Energiemenge geachtet werden.

Häufige Krankheiten

Aus gesundheitlicher Sicht ist der deutsche Pinscher sehr robust. Dies liegt vor allem daran, dass dieser Rasse eine Überzüchtung erspart wurde. Es sind keine rassespezifischen Erkrankungen bekannt.
Häufig tritt jedoch das sogenannte „Ohrrandproblem“ (Ohrrandnekrose) auf. Dies hängt mit den wenig behaarten Ohrrändern zusammen, die sehr dünn und empfindlich sind. Werden die Ohren nicht regelmäßig kontrolliert und gepflegt, entstehen wunde Stellen, die mit der Zeit auch schmerzhaft sein können.

Weitere mögliche Erkrankungen (eher selten):

  • Farbfehlsicht
  • Bluter-Krankheit
  • Hüftdysplasie